Donnerstag, 8. Dezember 2011

Gutes Cama

Mittlerweile bin ich schon ein gutes Stück weiter Richtung Norden gekommen. Nachdem die direkte Busverbindung von Calafate nach Bolson für mehrere Tage ausgebucht war, habe ich mich entschlossen mit 3mal umsteigen und insgesamt 34 Stunden nach Norden aufzubrechen. Also gings nach einem kleinen Asado im Hostel und einigen Bierchen nachts um halb 3 zum Busbahnhof. Ich hab Cama gebucht – das macht das Reisen angenehmer als in jedem Flugzeug! Man streckt die Beine aus, kann sich zurücklehnen, der feinste Schlafwagen… Nach 6 Stunden Zwischenstopp in Rio Galegos. Trostlose Stadt, trostloser Busbahnhof, der Regen rundet das Bild ab. Dann 13 Stunden nach Caleta sonstwieso. Man hat Zeit die weite Landschaft zu betrachten, irgendwann will man nur nicht mehr. Vereinzelte Bohrtürme zeugen vom zuletzt verstärkten Ölabbau in der Region. Die 3 Stunden Aufenthalt schlage ich mir mit einer DVD und einigen Folgen Two and a half Men um die Ohren. Die letzten 13 Stunden werden nacht um halb 10 in Angriff genommen. Trotz den Komforts schlafe ich schlecht. Wache um 5 Uhr morgens auf, weil ich geträumt habe, dass wir da wären, packe meine Sachen und laufe zur Tür – war irgendwie im Nachhinein etwas peinlich.
 In El Bolson warten die ältesten Vertreter meiner Familie am Bahnhof auf mich. Die Schwester meiner Oma (großtante) ist Anfang der 60er hierher ausgewandert, sehr religiöser Hintergrund. Als kleines Kind wurde ich mit Geschichten über das Angeln in den Flüssen und der eigenen Farm geködert, was mir über die Jahre hinweg im Kopf haften blieb. Nun, die beiden sind alt geworden. Meine Großtante mittlerweile fast 90, leichter Alzheimer und seit einem Unfall mit einem Stier vor einem Jahr pflegebedürftig. Wohnen etwas außerhalb des Ortes, die eigene Joghurtfabrik musste vor 5 Jahren schließen. Ein Schatten der früheren Zeit. Zur Begrüßung gibt es Rinder-Steak, das Haus wird mit Holzfeuer beheizt, ich fang mir eine Erkältung ein. Am nächsten Nachmittag geht’s für zwei Stunden runter in die Stadt. El Bolson, Hippie-Hochburg Ende der 60er, lebt von seinem Flair, eingerahmt zwischen zwei Bergketten. Nach einem Eis kaufe ich mich für zwei Stunden „frei“, um das Kaff, wie es mein Großonkel mit bitterem Beigeschmack betitelt, zu erkunden. Ein Bier und eine Empanada, die Sonne geht hinter den Bergen unter – ich hätte mir ein Hostel in der Stadt nehmen sollen.
Am nächsten Nachmittag steht ein Angeltrip mit meinem Cousin x-ten Grades (unsere Väter sind Cousins) auf dem Programm. Wir machen uns an den Rio Azul, einen klaren, blauen Gebirgsfluss – ohne Angeln, dafür mit einigen Bierchen. In drei Sprachen unterhalten wir uns über die kulturellen Unterschiede unserer Heimatländer – zumindest glaube ich, dass wir das getan haben. Für den nächsten Morgen steht die Weiterreise nach Bariloche an. Die Verabschiedung mit meiner Großtante erfolgt in Spanisch – sie hat vergessen, dass ich auch deutsch spreche, scheiß Krankheit.
Bariloche liegt lediglich 120km nördlich von El Bolson, aber dieser kleine Unterschied macht sich deutlich bemerkbar. Die Landstraße wird von Lupinien in vier verschiedenen Farben sowie blühenden Ginsterbüschen gesäumt. Der doppelte, durchgezogene, gelbe Mittelstrich rundet das Bild ab, verhindert aber keineswegs, dass an den unmöglichsten Stellen überholt wird. Der Himmel ist blau, was keineswegs zu erwarten war, da Bariloche in den letzten Wochen unter dem Aschenregen eines chilenischen Vulkans zu leiden hat. Obwohl ich keine Reservierung habe, bekomme ich ein Bett im wohl schönsten Hostel der Stadt. Patanuk ist das einzige, welches direkt am See liegt.
Nach einem kurzen Snack geht’s für mich weiter zum Cerro Companario, einem Aussichtspunkt über das weitläufige Seengebiet. Ich habe weder Wasser dabei noch meine Pseudo-Trekking-Schuhe an, also entscheide ich mich geistesverlassen erneut gegen den Lift und für den Aufstieg über einen staubigen Waldweg. 30 Minuten des Fluchens und Bereuens später komme ich oben an. Wunderschöne 360Grad-Rundumsicht. Von Westen zieht allerdings ein grauer Schleier auf uns zu, der uns bis zum Abend komplett einnebeln sollte.
Auf dem Runterweg noch zwei bayrischen Madeln übern Weg gelaufen, Corinna und Louisa, sie hatten ähnliche Probleme beim Abstieg wie ich;) Der Bus setzt und im Zentrum ab, wir verabreden uns für abends auf ein Bier und ich bummel noch etwas durch die Shopping-Meile… Jedes 3. Geschäft hat Schokolade in der Auslage, und das nicht nur zur Weihnachtszeit! Um keine Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, wiederstehe ich der Versuchung. Im Hostel steigt Mittwochs abends ne kleine Party mit BBQ und Live-Musik. Zwei Bier, dann mit den Mädels getroffen, ein ¼ Kilo Eis in der besten Eisdiele der Stadt und ein paar weitere Bierchen, sehr netter Abend!
Zurück im Hostel ist die Party noch im Gange, obwohl sie eigentlich nur bis 12 Uhr angesetzt war. Sie endet um 5:30 Uhr am nächsten Morgen. Die Asche verhindert, dass man das gegenüberliegende Ufer sieht, mutet fast wie am Meer an, wenn man es nicht besser wüsste. Ich werde zu einer 2-stündigen Reittour abgeholt. Maria, meine Reitlehrerin, ist Französin und bestätigt mein Vorurteil – obwohl ihr Englisch spitze ist, vermeidet sie jeden Satz, außer wenn mein Gaul mir mal wieder sagt wo´s lang geht und nicht umgekehrt. Apropos Gaul, das Vieh hat keinen Baum ausgelassen um mich einzuquetschen, keinen Dornenstrauch, um mich aufzukratzen – er mochte mich einfach. Die Strecke war an sich sehr schön, die Asche nervt jedoch und verhindert eine bessere Aussicht. Also konzentrierte ich mich auf die Aussicht direkt vor mir – haben alle Reiterinnen solche Knackärsche? Ich beschäftige mich mit dem Gedanken einem Reitclub beizutreten! Maria scheint dies zu erahnen und wechselt in den Trab, jegliche erotische Phantasie stirbt sofort und ich muss unwillkürlich an Rührei denken! Bei einem Asado wird der Vormittag ausklingen gelassen, ich bekomme die zündende Idee: Passives Mitglied im Reitclub!!! Der Rest der Kerle ist über kurz oder lang eh impotent!
Der Rückweg nach Bariloche zieht sich diesmal etwas länger hin. Eine (nicht angekündigte) Demonstration versperrt den Weg… Weniger die Demonstranten, viel mehr die brennenden Autoreifen, also geht’s über einen Umweg in die Stadt. Als ich zum Hostel hereinkomme blicke ich in ein vetrautes Gesicht: Carlos und Robert, zwei Deutsche vom Bodensee, die ich vor einer Woche in Calafate getroffen habe, sind gestern Nacht angereist – Südamerika ist echt klein. Aufgrund der anhaltenden Asche-Situation entscheide ich mich für eine Hauruck-Aktion: Morgen Mittag werde ich Argentinien den Rücken kehren und 5 Stunden nach Osorna (Chile) fahren. Dort gibt’s dann hoffentlich einen Anschluss über Nacht nach Santiago (Cama bevorzugt!).

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Torres del Paine und Perito Moreno

Ich weiss nicht wirklich, ob die Übersetzung Türme der Schmerzen fachlich richtig ist, Wandern im chilenischen Nationalpark hat es jedoch echt in sich. Früh brechen Ken, Wayne, Julia und ich Richtung Torres del Peine auf, 2 Stunden Fahrt, erschöpft von der Fahrt des Vortages döse ich erstmal weg. Im Park angekommen werden wir mit dem Schiff an den Ausgangspunkt unserer Wanderung gebracht. Auf dem Programm steht die beliebte „W-Route“, eine Tour für die wir 5 Tage eingeplant haben. Der erste Abschnitt bringt uns hinauf zum Glacier Grey.
Vollbepackt mit Zelten, Schlafsäcken und Verpflegung machen wir uns auf den Weg und bis zum Mittag läufts echt rund. Leichte Anstiege, leicht bedeckter Himmel, malerische Landschaft. Julia, die diese Tour bereits eine Woche zuvor hinter sich gebracht hat, gibt die Route vor. Zum Lunchen wollen wir auf eine Anhöhe, mit erstem Blick auf den Gletscher. Im See treiben vereinzelte Eisbrocken, die der unbedarfte Wanderer als Eisberg bezeichnen würde – angesichts der Eindrücke nur weniger Tage zuvor lässt mich das recht kalt. Nach der Pause wird das Gelände schwieriger, Wind bläst Schnee vom Gletscher mit enormer Wucht uns ins Gesicht, wirft uns mehrfach fast um.
Allzusehr mag man sich nicht zur Wehr setzen, läuft man doch Gefahr das Gleichgewicht zu verlieren und womöglich den Hang hinunter zu rutschen. Wir erreichen ein Hostel, wo man günstig campen könnte. Unser Ziel ist aber ein kostenloser Camping Platz zwei Stunden weiter. Der Weg dorthin führt steil bergauf, das Gewicht spürt man jetzt enorm. Am Vorabend klang die Idee noch riesig – wir nehmen zwei Flaschen Rum bzw. Pisco mit, um uns aufzuwärmen. Klasse Idee! Verdammt! Durchgeschwitzt und ausgelaugt erreichen wir den Campingplatz.
Die Zelte werden aufgebaut, es gibt Hühnchen Curry. Während wir auf Felsen über dem Gletscher sitzen machen wir uns daran, aktiv das Gewicht zu reduzieren. Auf dem Rückweg zu den Zelten gelingt es mir eine Dummheit unbeschadet zu überstehen…



Am nächsten Morgen entdecke ich dennoch einige blaue Flecken. Morgen ist auch eher relativ, es ist 12 Uhr Mittags. Das Aufstehen fällt etwas schwerer. Mit deutlich weniger Gewicht machen wir uns zwei Stunden später zurück Richtung Fähre. Wir sind eigentlich um 14 Uhr mit Iris, einer Holländerin, die ich tags zuvor im Bus kennengelernt habe, verabredet. Das wird angesichts von 4 Stunden Weg etwas schwer. Während wir noch ein paar Kilometer weiter müssen, will uns Julia an dem Tag (planmäßig) verlassen. Letzte Fähre geht um 6 Uhr, auch das wird knapp. Wir teilen unsere Gruppe auf. Ich bleibe mit Wayne etwas zurück, der Junge leidet!
Das Wetter zeigt sich von seiner Torres-typischen Seite – wechselhaft! Immer wieder muss ich warten, Wayne wird den 5 Tages-Trip an dem Tag abbrechen, aber ich muss nachher noch weiter und es droht dunkel zu werden. An der Fähre angekommen, übernehme ich noch einiges an Ausrüstung und versuche den Weg ins 7km entfernte Camp Italiano. Es regnet heftig. Nach 20 Minuten höre ich meinen Namen – Ken hatte an der Fähre gewartet, wir schlagen unser Camp dort auf. Die letzten Alkohol-Reserven werden vernichtet. In der Nacht bläst heftiger Wind fast unser Zelt um. Morgens brechen wir zu dritt auf.
Eine leichte Passage für den Start. Danach Richtung Camp Britanico, den Berg rauf zu einem Aussichtspunkt – schlechte Sicht. Zum Abschluss eine eher harmlose Passage zum Refugio, wo wir unsere Zelte aufschlagen. Abends werden ein paar Pisco-Sauer mit einer anderen Reisegruppe (Deutschland, Schweiz, England) gezischt – dann fällt der Strom aus. Morgens brechen wir bereits um halb 9 auf die Königsetappe auf. Bei bestem Wanderwetter kämpfen wir uns durch erneut sehr hügeliges Gelände zu einem Camping-Platz am Fuße der Torres. Früh ins Bett, der Wecker klingelt um 4:30 Uhr! Im Morgengrauen kämpfen wir uns über Stock und Stein zu einem Aussichtspunkt, um den Sonnenaufgang zu sehen.
Glücklicherweise ist der Himmel wolkenlos. Unglücklicherweise haben wir aus unseren Fehlern der Vortage wenig gelernt – eine Flasche Wein ist mit im Gepäck, Glühwein wäre ja was Feines! Auf dem Gipfel kühlt man im Wind schnell aus. Nicht überragend spektakulär aber absolut sehenswert fällt dann der Sonnenaufgang aus. Wir machen uns auf den Rückweg, weitestgehend bergab, eigentlich nur noch Kür. Meine Schuhe bieten keinen Grip, so macht das keinen Spass. Die wenigen Uphill-Passagen versuche ich joggend zu überwinden. Irgendwie hat Hiken was, auch wenn die Blasen an meinen Füßen eine andere Sprache sprechen.

Abends in Natales wird erstmal Pizza gegessen, und danach noch ne Lasagne, hatte irgendwie Hunger. Zudem wird Abschied gefeiert, denn am nächsten Morgen trennen sich die Wege. Für Malaysia geht es nach Santiago, ich werde um 7 Uhr mit dem Bus Richtung Calafate abgeholt und Holland gönnt sich ne Massage! ;)
Erneut 5 Stunden Busfahrt zum Gletscher. Auch wenn ich in den letzten Wochen viele Gletscher gesehen habe, ist dieser echt beeindruckend. Eiswüste inmitten blühender Landschaften. Im Bus treffe ich Bert aus den USA. Alle zwei Jahre nimmt er sich 4 Wochen von seiner Familie frei, um zu reisen. Wir sprechen über die Möglichkeit ein Auto zu mieten, um die 1.500 Kilometer durch Patagonien nach El Bolson selbst zurückzulegen. Sicher ein schönes Abenteuer über Schotterpisten. Die Gebühren sind aber galaktisch. Wir verzichten drauf. Morgen abend geht’s dann hoffentlich mit dem Bus weiter nach Bolson – 26 Stunden Fahrt! Am Ende erwartet mich hoffentlich ein Empfang bei einem Teil meiner Familie, den ich seit über 15 Jahren nicht gesehen habe. Heute ist der 2. Dezember, vor einem Monat ging es los - Zwischenfazit: So darf´s ruhig weitergehen. Bis bald!

...ich dreh am Rad

Nachdem wir morgens das Schiff verlassen, finde ich eine Bleibe für eine Nacht. Im Nachgang eine eher sinnlose Aktivität, da ich nur 2 Stunden schlafen werde – immerhin bekomm ich meine Wäsche gemacht. Mittags wird auf dem südlichsten Golfplatz der Welt eine Runde gespielt. Der Platz weiss früh in der Saison ausschließlich mit seinem Panorama zu überzeugen. Mit geliehener Ausrüstung geht’s auf die Runde – Birdie am ersten Loch, die restlichen 17 Bahnen eher wenig überzeugt.
Der Abend beginnt mit einem gemeinsamen Dinner mit zwei Kanadiern und Jason und endet mit mehreren Bieren in einer Hafenkneipe – um 4 Uhr klingelt der Wecker erbarmungslos. Im Bus geht es zunächst nach Punta Arenas und später weiter nach Puerto Natales. Neben mir ein Holländer, der 9 Monate mit dem Rad durch Südamerika fährt – Respekt, obwohl er sich diesmal einen Bus gönnt. Letzte Blicke auf Ushuaia – die Vavilov ist bereits wieder gen Antarktis unterwegs, die Bergspitzen offenbaren zunehmend braune Stellen, es nieselt… Der Frühling schmeichelt der Stadt nicht. iPod an, im Bus läuft eine DVD…“Rio“. Ein animierter Film. Kurzversion: Zwei Papageien, die letzten ihrer Art, müssen Liebe machen, um diese zu erhalten. Als sie aneinandergekettet werden, entdecken sie ihre Zuneigung – Fesselspiele-light! Der Typ neben mir blättert trotzdem im Playboy, die Kinder neben ihn interessiert das weniger, ich schiele manchmal rüber – sicher ein guter Weg, der Sprache näher zu kommen. Die Asphaltstraße endet, die nächsten Stunden geht es weiter über Schotter-Pisten. Flaches Land, ein paar Schafherden, ich schlafe ein. Am Grenzübergang im Niergendwo werde ich wieder geweckt, es läuft Fluch der Karibik. Die Busfahrt zieht sich, die Landschaft öde. Nach 13 Stunden erreichen wir Punta Arenas, Zwischenstopp, nach einer Stunde geht es weiter nach Puerto Natales. Ich versuche die Malaysier anzurufen, habe aber eine falsche Nummer – verdammt! Die Landschaft unverändert trostlos, beschlagene Fensterscheiben erlösen mich, schnurgerade Landstraßen ohne Gegenverkehr. Es gibt einen Snack. Während ich vor mich hinknabber schielt die 2jährige auf der Nebenbank auf meine Kekse. Hatte seit dem Frühstück nichts mehr – sie geht leer aus. Völlig erschöpft komme ich gegen 23 Uhr in Natales an, noch immer ohne Hostel. Rucksack aufgesetzt und plötzlich steht Wayne, einer der Malaysier vor mir. Die Jungs haben einen Platz im Hostel reserviert. Als wir ankommen gibt es frisch gekochtes. Julia, eine schweizer Freundin der beiden hat gekocht. Ich erfahre, dass die Vorbereitungen getroffen sind, um am nächsten Tag für 5 Tage in den Torres del Peine Nationalpark zum Campen und Wandern zu fahren. Na super, nix mit verschnaufen. Rucksack packen, um 2 Uhr ins Bett – um 7 Uhr wartet der Bus.

Antarktis – the frozen continent

Hallo zusammen, 10 Tage Internet-freie Zeit sind jetzt zu Ende. Eine absolut beeindruckende Kreuzfahrt liegt hinter mir, die defintiv ein absolutes Highlight meiner Reise, wenn nicht meines Lebens sein wird. Ich habe jetzt die absolut schwere Aufgabe, das Erlebte so wieder zu geben, dass es dem gerecht wird… das mir dies defintiv nicht gelingen kann, habe ich am zweiten Tag vor Ort festgestellt: Ich habe abends gerade einen absolut faszinierenden Tag für mein Reisetagebuch beschrieben und musste feststellen, dass es sehr ähnlich zu dem klang, was ich über den ersten Tag geschrieben habe – das war es aber bei weitem nicht, mir fehlt schlicht weg das Vokabular.
Um euch nicht mit Details zu jedem Tag zu langweilen, versuche ich diesen Trip also etwas anders zu beschreiben. Und natürlich werden einige Fotos das Ganze noch untermalen, die Auswahl der richtigen Fotos war bei weitem nicht so einfach. Obwohl ich ingesamt NUR ca. 700 Fotos gemacht habe, manch einer hatte über 5.000 Bilder. Ich rede mir ein, die Antarktis auch mit eigenen Augen gesehen zu haben – nicht nur durch das Foto-Display.;)
Die Crew
Die Crew der Sergey Vavilov setzt sich aus dem Hotelpersonal, der Schiffsbesatzung sowie der Expeditionsteams zusammen. Auch wenn mich die Enge der Kabine einschließlich Etagenbett an meine Zeit bei der Bundeswehr erinnert hat (wie übrigens auch der tägliche Weckruf um 7 Uhr und die straffe Organisation), hatte der Aufenthalt hier auch was von einem 4-Sterne-Hotel. Freundliches Hotelpersonal, Sauna und Mahlzeiten im Überfluss. Der Knopf meiner neu erworbenen waterproofed Thermohose ging bereits am 3. Tag nicht mehr zu, etwas später machte auch der Reißverschlussprobleme – eine gut ausgeprägte Fettschicht ist überlebenswichtig in der Antarktis!!
Die Expeditionsteams sorgten in den ersten Tagen mit Vorträgen für Kurzweil, obwohl ich manchmal eingeschlafen bin, das lag aber vor allem an den Seekrankheitspillen, die in der recht unruhigen Drake-Passage allerdings sehr zu empfehlen ist. Insbesondere Jamie, mit seiner humorvollen Art und Damian, mit seinem erzählerischen Talent und witzigen Anekdoten standen hoch im Kurs. (Damian war als junger Wissenschaftler auf den Falkland-Inseln als der Krieg ausgebrochen ist und musste einen Monat mit 3 anderen in einer kleinen Hütte ausharren, sehr witzig. Oder, er hatte das Glück auf der MV Explorer zu sein, als diese 2007 in der Antarktis sank – Anekdoten vom Feinsten).
Die Mitreisenden
Der Großteil der Passagiere waren Amis, Fragen ala: Sehen wir Eisbären? Kann das Schiff sinken? Und Wirst du auch mal deine Lederhosen tragen? Waren am ersten Tag zu hören! Denen habe ich nicht selten den Eisbär an den Hals gewünscht, schade, dass es ihn in der Antarktis nicht gibt. Highlight: Kaum in der ersten Pinguin-Kolonie angekommen, wirft man sich in ein Nonnen-Dress und stürmt die Brutstellen, um Fotos zu schießen. Die Pinguine haben den Schwindel schnell bemerkt – könnte an den extra aufgespritzten Lippen der Lady gelegen haben.
Daneben gab´s aber auch eine ganze Reihe vernünftiger Menschen und einige Backpacker. Jason, indisch-stämmiger Ingenieur aus Florida, der nach der ersten Cougar-Attacke, älterer Single-Damen nur noch auf den Nickname „Brown Sugar“ hörte. Oder die malaysischen Brüder Ken und Wayne, mit denen ich wohl in der nächsten Woche durch den Nationalpark Torres del Peine wandern werde.
Die Route
Nachdem wir Montags Abends in Ushuaia ablegten, ging es erstmal einige Stunden durch den Beegle-Kanal. Kalte Nacht, klarer Sternenhimmel und die Silhouette der Anden-Ausläufer gegen den immernoch hellen Horizont. Danach zwei Tage Überfahrt durch die gefürchtete Drake-Passage vor Cap Horn, in der schon manches Schiff seine letzte Fahrt gemacht hat. Erste Wale wurden gesichtet, allerdings nicht von mir. Ich habe irgendwann im Augenwinkel einen Fisch aus dem Wasser springen sehen, beim zweiten Sprung wurde mir dann bewusst, dass es ein Vogel war – die ersten Pinguine begleiten uns! In der Ferne kreuzt ein Eisberg. Abends dann schneebedecktes Land: New Shettland Islands – wir sind da!
Am nächsten Morgen liegen wir vor Half Moon Island – blauer Himmel, keine Wolke. Eine Pinguin-Kolonie mit 3.000 Brutpaaren ist dort beheimatet. Mit dem Zodiac setzen wir über und setzen Fuß in die Antarktis. Die Pinguine lassen sich durch die „gelben Artgenossen“ nicht wirklich stören. Der Abstand von 5m wird durch uns durchweg eingehalten – den Pinguinen hat das aber niemand gesagt. Highlight: Ich setze mich etwas abseits des Weges und beobachte und die Viecher kreuzen nach einigen Minuten einfach meinen Weg und kommen bis auf Armlänge heran. Immer runter zum Strand, Kieselsteine für den Nestbau besorgen und wieder hochwatscheln. Manchmal wird der Weg bergab zu einer Rutschpartie genutzt. Auch auf der Insel, 3 Wedell Seals. Hätte nicht gedacht, dass die Viecher so groß werden.
Während wir Mittagessen wird neuer Kurs gesetzt: Deception Island, eine runde, immernoch vulkanisch aktive Insel, deren Bucht in der Mitte nur durch einen schmalen Eingang erreicht werden kann. Auf den Weg dahin sehe ich auch meine ersten Humpback Wale auf der Jagd nach Krill und wieder begleiten uns einige Pinguine. Eisschollen leiten uns den Weg zum Eingang der Bucht, noch ist nicht sicher, ob sie befahrbar ist oder ob noch zuviel Eis im Weg ist. Aber ganz langsam brechen wir durch die Eisblockade und bahnen uns den Weg.



Am schwarzen Vulkanstrand erwartet uns ein Empfangkommando Pinguine und ich stolper fast über eine weitere Robbe – als ich auf 2m dran war, hat sie sich bewegt, sonst hätte ich sie net erkannt. Am Ufer stehen noch immer antike Hütten aus der Wahlfang-Zeit, die jetzt als Museum dienen und langsam verrotten. Ein Wal pro Tag konnte hier in der Blütezeit verarbeitet werden. Noch immer sieht man einzelne Wahlknochen aus dieser Zeit am Strand. Am Ende steht für diejenigen, bei denen einige Schrauben locker sitzen, ein Bad im antarktischen Ozean auf dem Plan – die Beschreibung passt hervorragend auf mich.
Klamotten aus, kalter Wind forciert die Anstrengung sich zu beeilen, im Laufschritt über den kalten Sand, ersten Schritte im Wasser. Als es etwas tiefer als bis zu den Knien geht ein beherzter Satz und dann ganz schnell wieder rauskämpfen. Obwohl es ein aktiver Vulkan ist, hat das nicht wirklich Einfluss auf die Wassertemperatur, die um den Gefrierpunkt liegt (könnte an den Eisschollen liegen, die noch in der Bucht schwammen, ist aber nur eine Vermutung). Das Anziehen fällt schon schwerer und ab in den Zodiac - in dem ich fast erfroren wäre.
Am nächsten Morgen steht die Mickelson Bay auf dem Programm. Schlechtes Wetter und starker Wind verhindern aber, dass wir die Zodiacs ins Wasser lassen können (der einzig schlechte Tag). Wir weichen auf eine andere Bucht aus und haben 4 Stunden Schlauchboot-Fahrt vor uns. Gletscher, schneebedeckte Berge und immer wieder Eisberge in allen möglichen Formen.
Tag 3 in der Antarktis, wir ankern im Orne Harbour, einer Fjord-ähnlichen Bucht. Nach der Landung kämpfen wir uns die schneebedeckten Hänge hoch auf einen 300m hohen Hügel, der als Brutstätte für eine weitere Pinguin-Kolonie dient. Neben der wahnsinnigen Aussicht über den Fjord auf der einen Seite und über den Eisberg-durchzogenen, stillen, antarktischen Ozean auf der anderen Seite, sorgten Rutschpartien auf kleineren Hängen für die Highlights des Morgens. Mittags landen wir etwas weiter südlich.
Wieder steht eine Wanderung auf einen Hügel an, wir versinken manchmal mehr als knietief im Schnee und werden dabei von Pinguinen überholt, die ihre Nester auf der Anhöhe bauen. Naja, wir müssen nur einmal hoch, während die Jungs für den Nestbau mehrmals am Tag diesen Weg beschreiten dürfen.


Tag 4, es geht weiter Richtung Süden durch die Paradise Bay. Auf einzelnen Schollen sonnen sich Robben, während wir gemächlich an ihnen vorbeiziehen. Gegen Mittag plötzlich Aufregung, es wurden Orkas gesichtet und tatsächlich eine Gruppe von 5-6 Orkas tummeln sich in einiger Entfernung zu unserem Schiff. Verdammt hübsche und intelligente Delfine! Auffällig war, dass auf unserem weiteren Weg keine Robben mehr auf Eisschollen gesichtet wurden. Ich verbringe die Zeit weitestgehend mit Karten schreiben, denn gegen Mittag laufen wir Port Lockroy an – eine britische Base mit eigener Poststelle. Bin gespannt wielange die Auslieferung benötigt. Port Lockroy ist recht windgeschützt, besteht aus drei Hütten auf einer kleinen Insel, die teilweise heute als Museum dienen.
Die Besatzung verbringt den antarktischen Sommer bis etwa März hier, etwa ein Schiff pro Tag macht halt. Neben einzelnen Forschungsprojekten ist die dringlichste Aufgabe der Erhalt der Station. Eine der 4 Mitglieder (übrigens 3 Mädels) ist Ylva, gebürtige Marburgerin.
Tag 5 in der Antarktis, eine weitere Landung in … steht auf den Programm. Wieder Pinguine und Robben. (JA, es war wieder beeindruckend, aber wie soll ich euch den Unterschied der einzelnen Orte nur beschreiben?) Sowie ein kurzer Zodiac-Trip bei traumhaften Bedingungen, die letzte Exkursion in der Antarktis. Bei der Rückfahrt zum Schiff kommt etwas Wehmut auf. Danach setzen wir wieder zurück durch die Paradise Bay Richtung Drake Passage. Wieder begegnen uns die Orkas. Ein junges ist dabei. Einmal taucht ein altes Männchen keine 10m vom Schiff entfernt auf. Wahnsinn!!


Die nächsten beiden Tage verbringen wir wieder auf hoher See. Seekrankheitspillen, Vorträge, Karten spielen usw. Auch wenn ich ursprünglich dachte, ich habe genug Zeit, den Trip zu beschreiben, ist kaum eine freie Minute verfügbar. Mittwochs kommen wir Cap Horn recht dicht. Die Drake-Passage zeigt sich wieder von ihrer besten Seite. Die letzten Stunden liegen vor uns, am Donnerstag Morgen legen wir wieder in Ushuaia an.


Tierwelt
In den 5 Tagen vor Ort haben wir so ziemlich jedes Tier gesehen, was wir sehen konnten, wenn manchmal auch nur aus der Ferne. Weddel Seals, Crabeater Seals und einmal auch einen Leopard Seal auf der Jagd nach Pinguinen – leider nicht erfolgreich als wir vor Ort waren. Wir haben Humpback Wale und Orkas auf der Jagd gesehen. Jede Menge Seevögel, die um unser Schiff rumgesegelt sind und natürlich Pinguine… Immer wieder Pinguine! Wir haben drei verschiedene Arten ausgemacht, obwohl in der Gegend eigentlich nur zwei vorkommen.
Ein Macaroni-Pinguin hat sich in der Kolonie geirrt, könnte ein lausiger Sommer für ihn werden. Kaum zu glauben, aber irgendwann verlieren die pusierlichen Tierchen ihren Reiz. Ganz nach dem Motto von Jamie: Pinguine sind nur zu einem Nütze – als Seeleoparden-Futter! Irgendwann hofft man auch, dass die Skuas Erfolg haben und ein Pinguin-Ei erwischen, um noch ein spannendes Foto zu schießen. Apropos Skuas, etwa 1/3 bis die Hälfte des Nachwuchses eines Jahres fallen diesen Vögeln zum Opfer.

Momente in denen man sich klein fühlt
In der Antarktis hat man an jedem Tag Momente, in denen man sich einfach nur winzig fühlt. An einem Tag sehen wir einen Eisberg, der locker 30 Mal so groß war, wie unser Schiff. Die Gletscher, von denen täglich Eisstücke ins Meer stürzen, haben ein enormes Ausmaß.

...unten rechts (kaum zu erkennen unser Schiff)


Die Fjorde in denen unser Schiff aussieht wie Playmobil.
Und nicht zuletzt nach dem Bad im kalten Wasser fühlt mann sich extrem klein ;). Nachdem ich mich endlich angezogen hatte, musste ich noch 10 Minuten im Zodiac warten – als ich es unter die Dusche geschafft habe, waren meine Zehen bereits blau und selbst das kalte Wasser war zunächst noch zu warm.

Erkenntnisse
Pinguin-Kolonien erkennt man zunächst an ihrem braunen Untergrund – die Tier leben in ihrer eigenen Scheiße. Kurz danach riecht man sie! Soo knuffig sind sie dann doch nicht mehr. Ach egal, wenn sie rumwatscheln sind sie doch einfach nur süß und pummelig.



Pinguine bauen ihre Nester auf Anhöhen, da die als erstes eisfrei sind – dafür müssen sie aber umso weiter tapsen, um die Kiesel für ihre Brutstätten zu transportieren. Oder, sie klauen sie einfach bei ihren Nachbarn.
Wir hatten verdammtes Glück: Unser Schwesterschiff, die Sea Spirit, war 3 Stunden nach uns in Deception Island – aufgrund starker Winde, die die Eisschollen zurück Richtung Bucht drückten, saß sie für 2 komplette Tage fest!
Die Antarktis ist ein unwirklicher Kontinent, fesselnd, faszinierend, den Atem nehmen – mir jedenfalls fehlen die Worte es zu beschreiben...

Montag, 14. November 2011

Das Ende der Welt

…"von jetzt an geht es nur noch nach Norden" – wie sehr ich mich doch irren sollte. Nun, in den letzten Tagen war es etwas still um mich, das hatte seine Gründe. Freitag morgen bin ich mit der festen Absicht ein Busticket zu kaufen, ins Zentrum marschiert. Auf der Suche nach dem Reisebüro hab ich mich etwas schwer getan und ein Passant half mir weiter, nicht ohne mir zu sagen, dass es ein wesentlich günstigeres an einer anderen Stelle gebe. Ob er mich dort nur hingeschickt hat, weil Bekannte dort arbeiten, weiss ich nicht, jedenfalls meinte es das Schicksal gut mit mir. Am Eingang die auf Papier geschriebene Notiz „Last Minute Antartica“. Also was soll´s fragen wir nochmal nach und tatsächlich: Verdammt günstig (ich hab nen Wisch unterschrieben, dass ich den Preis nicht verraten darf)! 10 Tage! Beginn am Montag! Ich habe nicht wirklich lange drüber nachgedacht. Also den Ausflug in den Nationalpark ausfallen verschoben, allerlei Formulare ausgefüllt und den ganzen Tag mit einem breiten Grinsen durch die Gassen gelaufen! 10 TAGE ANTARKTIS – ich kanns immernoch nicht wirklich glauben! Samstag bin ich dann immernoch grinsend durch die Gassen gelaufen. Zwei paar Handschuhe, Thermohose, Thermojacke, Thermounterwäsche, Wollsocken und Mütze gekauft, ein halbes Vermögen ausgegeben, aber egal! Muss mal schauen, wie ich das Ganze danach in die Heimat bekomme.
Nachdem der Samstag für Shoppen drauf ging, stand Sonntag der Nationalpark auf dem Programm. Im Bus ein holländisches Pärchen getroffen – Anita und Sander (?). Man stellt fest: Ich treffe nur auf Holländer. Aber wie alle Holländer (außer die im Campingwagen auf unserer Autobahn;) ) super witzig drauf und kein Verständnis für Fussball – er hatte doch unterschwellig tatsächlich die Hoffnung, dass Holland bei der EM etwas reißen kann? Naja, war wohl dem Tag in der prallen Sonne geschuldet, was mich wieder zum eigentlichen Thema zurückführt.
Der Bus setzt uns als an einer Bucht am Beagle-Kanal ab, blaues Wasser, blauer Himmel und immer noch schneebedeckte Bergspitzen im Hintergrund. Die nächsten 4 Stunden geht es auf kleinen Pfaden von Bucht zu Bucht. Vorbei an knöchrigen, alten Bäumen, denen Wind und Salzwasser in den Jahren zugesetzt haben, befallen von Flechten und Pilzen. Manchmal über morastigen Untergrund werden kleinere Hügel erklommen. Die Buchten laden zum Rasten ein, der strahlende Sonnenschein tut sein übriges. Solange der Wind nicht bläst, ein perfekter Frühlingstag in den Bergen – mit Blick auf Miesmuschelbänke im flachen Meerwasser… Unbeschreiblich.
Am frühen Nachmittag geht es landeinwärts. An einem langsam fließenden Fluss, der zum Forellen angeln einlädt, kommen wir an einem Campingplatz vorbei. Es ist Sonntag, Familien genießen den Frühling – während uns von überall Grillgeruch entgegen weht, hoffe ich, dass auch ich bald was zum Essen auftreibe… Der Geruch von frischem Fleisch macht einen besonders wahnsinnig, wenn man bereits Hunger hat. Wir finden ein Bistro-ähnliches Restaurant und machen es uns in der Sonne bequem. Um uns herum Falken auf den Bäumen, die angesichts von Fleischresten im Überfluss wohl etwas faul geworden sind. Durch die Bäume hindurch glitzert der Fluss in der Sonne. In der Ferne gehen einige Fliegenfischer ihrem Hobby nach. Lediglich die penetrante Musik aus den Autolautsprechern stört die Stimmung.
Zwei Stunden vergehen recht schnell, wir werden vom Bus abgeholt, der uns noch durch andere Gegenden des Nationalparks kutschiert, während wir weitere Wanderer aufsammeln. Der Fahrer meint es etwas gut mit uns und sorgt für die Beschallung im Wagen – feinste argentinische Schnulzen-Schlager und das immer wieder. „Te necesito como la luz del sol“, den Ohrwurm hab ich immernoch (Hören auf eigene Gefahr: Te necesito von Amaral & Beto Cuevas! Ja ich habe es geyoutubed). Und doch weckt es eine gewisse Sehnsucht, während wir auf der staubigen Piste nach Ushuaia fahren. Mit der Schläfe am kalten Fenster die letzten Blicke auf die vorbeiziehende Landschaft - es gibt noch weitere Paradiese...
In Ushuaia angekommen, bin ich natürlich viel zu spät zum Vorbereitungstreffen für die Kreuzfahrt. Also, ich hab ein Namensschild, es waren augenscheinlich viele jüngere Leute anwesend (die Alten waren wohl pünktlich). In meinem B&B angekommen auf ein französisches und – oh Wunder – auf ein weiteres holländisches Pärchen getroffen. Bei Rotwein und Empanadas bis spät gequatscht. Jetzt geht´s ans Packen… Montag noch Bücher und Ersatzbatterien kaufen und dann geht’s schon los – ihr werdet also eine Weile auf mich verzichten müssen.